Vitamin E – Schutz für die Zellen
Vitamine3 Min. Lesezeit

Vitamin E – Schutz für die Zellen

M
Mariam GhizawiJanuary 24, 2026, 11:12:05 AM GMT+0

Geprüft von Mariam Ghizawi, Diplom in medizinischer Laborwissenschaft (Libanon)

Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Anders als Vitamin C oder einige B-Vitamine wird es nicht einfach wieder ausgeschieden, sondern im Körper gespeichert, vor allem im Fettgewebe. Das erklärt, warum der Körper nicht täglich exakt die gleiche Menge benötigt, sondern eher eine gleichmäßige Versorgung über längere Zeit.


In der Fachliteratur wird Vitamin E vor allem als Antioxidans beschrieben. Das bedeutet, dass es Zellen vor sogenannten freien Radikalen schützt. Diese entstehen ständig im Körper, etwa bei Stoffwechselprozessen oder durch äußere Einflüsse wie Umweltbelastungen. Vitamin E hilft dabei, Zellbestandteile vor oxidativen Schäden zu bewahren. Dieser Schutzmechanismus gilt als seine zentrale Funktion.


Besonders relevant ist dieser Effekt für Zellmembranen. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Fetten und sind deshalb anfällig für oxidative Prozesse. Vitamin E ist genau dort aktiv, wo dieser Schutz benötigt wird. Aus diesem Grund wird es häufig im Zusammenhang mit der Erhaltung normaler Zellfunktionen genannt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit führt den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress als offiziell anerkannte Wirkung von Vitamin E.


Auch das Immunsystem wird in diesem Zusammenhang erwähnt. Vitamin E ist an der normalen Funktion der Immunabwehr beteiligt, allerdings nicht im Sinne einer akuten Wirkung. Vielmehr geht es um langfristige Prozesse auf Zellebene. Deshalb taucht Vitamin E in offiziellen Texten meist nüchtern und ohne große Versprechen auf.


Die empfohlenen Aufnahmemengen unterscheiden sich je nach Alter und Geschlecht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt für erwachsene Frauen einen Richtwert von etwa 12 Milligramm pro Tag an, für Männer etwa 14 Milligramm. Kinder benötigen geringere Mengen. Diese Angaben beziehen sich auf eine durchschnittliche Zufuhr über längere Zeiträume.


Vitamin E kommt ausschließlich in Lebensmitteln vor, der Körper kann es nicht selbst bilden. Besonders reichhaltig sind pflanzliche Öle. Dazu zählen unter anderem Sonnenblumenöl, Rapsöl, Weizenkeimöl oder Olivenöl. Auch Nüsse und Samen enthalten nennenswerte Mengen, zum Beispiel Mandeln oder Haselnüsse. In geringeren Konzentrationen findet sich Vitamin E auch in grünem Gemüse wie Spinat oder Brokkoli.


Da Vitamin E fettlöslich ist, hängt seine Aufnahme davon ab, dass gleichzeitig Fett verzehrt wird. Bei pflanzlichen Ölen ist das automatisch der Fall, bei anderen Lebensmitteln spielt die Zubereitung eine Rolle. In der Praxis erklärt das, warum Vitamin E vor allem über fettreiche pflanzliche Lebensmittel aufgenommen wird.


Ein Mangel an Vitamin E ist bei gesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung selten. Er tritt vor allem bei bestimmten Erkrankungen auf, bei denen die Fettaufnahme im Darm gestört ist. Aus diesem Grund wird Vitamin E in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge weniger als Mangelvitamin betrachtet, sondern eher als Bestandteil einer insgesamt ausgewogenen Ernährung.


Auch bei Vitamin E gibt es eine obere Grenze für die langfristige Aufnahme. Die EFSA nennt für Erwachsene eine tolerierbare Höchstmenge von 300 Milligramm pro Tag. Diese Grenze bezieht sich vor allem auf hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel. Über Lebensmittel allein wird dieser Wert in der Regel nicht erreicht.


Vitamin E wird oft als „Antioxidans“ zusammengefasst, was seiner Bedeutung nur teilweise gerecht wird. Es handelt sich um einen grundlegenden Nährstoff mit klar definierten Funktionen auf Zellebene. In offiziellen Empfehlungen erscheint es deshalb meist unspektakulär, aber konstant – nicht als Fokus, sondern als Teil des Ganzen.

Zusammenfassung

Was ist Vitamin E?

Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper speichern kann.


Für was ist es wichtig?

Vitamin E ist an normalen Körperfunktionen beteiligt und trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.


Wie viel ist empfohlen?

Als Richtwert gelten 12 mg pro Tag für Frauen und 14 mg pro Tag für Männer.


Was passiert bei Übermengen?

Als langfristige obere Richtmenge gelten 300 mg pro Tag für Erwachsene.


Von wo bekommt man es?

Aus pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen sowie aus grünem Gemüse wie Spinat oder Brokkoli.

Quellen

(Stand: Januar 2026)

– Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Vitamin E

– Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Tolerable Upper Intake Level for Vitamin E

– Weltgesundheitsorganisation (WHO): Micronutrients – Vitamin E

– EUFIC (European Food Information Council): Vitamin E

– Wikipedia (de): Vitamin E