Vitamin A – Bedeutung für den Körper
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Vitamin A – Bedeutung für den Körper

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Mariam GhizawiJanuary 24, 2026, 10:06:44 AM GMT+0

Geprüft von Mariam Ghizawi, Diplom in medizinischer Laborwissenschaft (Libanon)

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin. Das ist einer dieser nüchternen Sätze, die man schnell überliest, die aber einiges erklären. Fettlöslich heißt nämlich auch: Der Körper kann Vitamin A speichern. Vor allem in der Leber. Deshalb ist Vitamin A kein Nährstoff, bei dem es darum geht, jeden Tag exakt auf eine bestimmte Menge zu kommen. Es geht eher um die Versorgung über längere Zeit.


In der Praxis wird Vitamin A meist dann erwähnt, wenn es um das Sehen geht. Vor allem um das Sehen bei wenig Licht. Dafür braucht das Auge bestimmte Stoffe, die ohne Vitamin A nicht gebildet werden können. Dass ein ausgeprägter Mangel zu Nachtblindheit führen kann, ist kein neues Wissen. Die WHO führt Vitamin-A-Mangel seit Jahren als relevantes Gesundheitsproblem, vor allem in Regionen, in denen die Ernährung einseitig ist. In Mitteleuropa spielt das eher selten eine Rolle, weltweit aber durchaus.


Was oft weniger präsent ist: Vitamin A taucht auch in ganz anderen Zusammenhängen auf. Zum Beispiel beim Immunsystem. Schleimhäute, etwa in den Atemwegen oder im Darm, sind auf eine normale Zellstruktur angewiesen. Vitamin A ist an der Erhaltung dieser Strukturen beteiligt. Das erklärt, warum es in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge bei Kindern immer wieder genannt wird. Nicht als Allheilmittel, sondern als Baustein unter vielen.


Auch bei der Zellerneuerung ist Vitamin A beteiligt. Hautzellen, Schleimhautzellen, andere Gewebe – all das wird ständig erneuert. Vitamin A wirkt dabei mit. Deshalb unterscheiden sich die empfohlenen Mengen je nach Alter. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Stillende: Sie alle haben unterschiedliche Referenzwerte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt für erwachsene Frauen rund 700 Mikrogramm pro Tag an, für Männer etwas mehr. Diese Zahlen sind Richtwerte, keine Tagesziele im mathematischen Sinn.


Wenn man über Vitamin A spricht, kommt man irgendwann zwangsläufig zu Lebensmitteln. Tierische Produkte enthalten fertiges Vitamin A, also Retinol. Besonders viel davon steckt in Leber. Das ist bekannt, und genau deshalb wird Leber auch immer mit einem gewissen Vorbehalt genannt. Sie ist nährstoffreich, aber eben auch sehr konzentriert. Daneben liefern Eigelb, Butter und Milchprodukte kleinere Mengen.


Pflanzliche Lebensmittel funktionieren anders. Sie enthalten Vorstufen wie Beta-Carotin. Karotten sind das klassische Beispiel, aber auch Kürbis, Süßkartoffeln, Spinat oder Grünkohl gehören dazu. Der Körper kann aus diesen Stoffen Vitamin A herstellen. Wie gut das gelingt, hängt unter anderem davon ab, ob gleichzeitig Fett aufgenommen wird. Das liegt an der fettlöslichen Natur des Vitamins – ein Detail, das in der Praxis oft übersehen wird.


In Europa beschäftigen sich Behörden weniger mit Mangel als mit der Frage, was bei sehr hoher Zufuhr passiert. Die EFSA nennt für Erwachsene eine Obergrenze von etwa 3000 Mikrogramm pro Tag. Diese Einschätzung bezieht sich vor allem auf vorgeformtes Vitamin A, wie es in Nahrungsergänzungsmitteln oder sehr leberreichen Mahlzeiten vorkommen kann. Pflanzliche Vorstufen gelten in diesem Zusammenhang als unproblematischer, weil der Körper ihre Umwandlung reguliert.


Vitamin A ist kein Spezialthema und kein Randaspekt der Ernährung. Es taucht immer wieder dort auf, wo es um grundlegende Körperfunktionen geht: Sehen, Abwehr, Zellstruktur. Offizielle Fachgesellschaften gehen davon aus, dass eine normale, abwechslungsreiche Ernährung in den meisten Fällen ausreicht. Relevant wird Vitamin A vor allem dort, wo Ernährung dauerhaft eingeschränkt ist oder einzelne Quellen sehr stark überwiegen.

Zusammenfassung

Was ist Vitamin A?

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper speichern kann, vor allem in der Leber.


Für was ist es wichtig?

Vitamin A ist an normalen Körperfunktionen beteiligt, zum Beispiel beim Sehen, beim Immunsystem und bei der Zellerneuerung.


Wie viel ist empfohlen?

Für Erwachsene gelten etwa 700 Mikrogramm pro Tag für Frauen und etwas mehr für Männer als Richtwert.


Was passiert bei Übermengen?

Als allgemeine obere Richtmenge gelten etwa 3000 Mikrogramm pro Tag für Erwachsene, vor allem bei Nahrungsergänzungsmitteln.


Von wo bekommt man es?

Aus tierischen Lebensmitteln wie Leber, Eigelb, Butter und Milchprodukten sowie aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Karotten, Spinat, Grünkohl, Kürbis und Süßkartoffeln.

Quellen

(Stand: Januar 2026)

– Weltgesundheitsorganisation (WHO): Vitamin A and public health

– Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Vitamin A

– Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Tolerable Upper Intake Level for Vitamin A

– EUFIC (European Food Information Council): Vitamin A

– Wikipedia (de): Vitamin A